Gravelrunde Rheinisches Schiefergebirge
Etappe 1 von 4
Von Koblenz nach Ürzig
Etappe von Stefan Bur
Info Etappe 1
Von Koblenz führt die Route durch die Vulkaneifel hinauf zur Hohen Acht, dem höchsten Berg der Eifel. Weite Ausblicke, aussichtsreiche Waldwege und die charakteristische Vulkanlandschaft prägen den ersten Tourtag. Über abwechslungsreiche Gravelwege geht es anschließend hinunter an die Mosel nach Ürzig.
Detaillierte Wegbeschreibung
Vom Deutschen Eck aus, dort wo Rhein und Mosel zusammenfließen, rollen wir zunächst am Rhein entlang und biegen schon bald über Mülheim-Kärlich in die Vulkaneifel ein. Auf dem Nette-Talradweg, der in sanften Kurven durchs Tal führt, lassen wir Koblenz schnell hinter uns. Zwischen den Bäumen blitzt bald der Laacher See auf, ein gefüllter Vulkankrater, an dessen Ufer die Abtei Maria Laach majestätisch thront – ein erster Stopp, der schon eine Ahnung davon gibt, wie eng Landschaft und Geologie hier verbunden sind.
Durch den Vulkanpark nach Mayen
Weiter geht es über Mendig, wo die freigelegte Wingertsbergwand wie ein aufgeschnittener Vulkan wirkt und der Lava-Dome von den unterirdischen Basaltkellern erzählt, in denen einst Mühlsteine gebrochen wurden. Über Kottenheim und Ettringen, vorbei an alten Lavagruben, erreichen wir Mayen mit der Genovevaburg. In den Stollen unter der Burg lässt sich noch heute nachvollziehen, wie der Eifeler Schiefer abgebaut und in alle Welt verschifft wurde – ein kurzer Schwenk in die Bergbaugeschichte der Region, bevor wir über ruhige Nebenstraßen weiter nach Monreal rollen, dessen Burgruine das kleine Fachwerkstädtchen überragt.
Hinauf zur Hohen Acht
In Monreal beginnt der große Anstieg des Tages. Auf breiten Forstwegen schrauben wir uns durch das Hocheifel-Gebiet, vorbei an Hausten und Reimerath, immer mit dem fernen Grollen der Nürburgring-Nordschleife im Ohr. Die Wälder lichten sich zu offenen Hochflächen, der Blick schweift weit über die Eifel – und dann steht er da, der Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht, mit seinen 746 Metern der höchste Punkt der gesamten Eifel. Wer die Treppen hinaufsteigt, blickt bei klarer Sicht bis zum Siebengebirge und zum Hunsrück.
Gravelabfahrt durchs Eifeler Hinterland
Von der Hohen Acht geht es nun stetig bergab, über Kaltenborn und Brenk, durch einsame Waldstücke und offene Wiesentäler, bis das Ulmener Maar auftaucht – schroffer und dunkler bewaldet als der Laacher See, aber nicht weniger eindrucksvoll. Weiter rollen wir nach Lutzerath, wo sich von der Achterhöhe aus noch einmal ein weiter Blick über die zurückgelegte Strecke bis zur Hohen Acht öffnet. Über Greimersburg erreichen wir Bengel, den letzten Höhenort vor dem Moseltal. Hier wird es noch einmal richtig graveligen: Auf schmalen, teils steilen Wirtschaftswegen schlängelt sich die Route durch Wald und Weinberge hinab in Richtung Erdener und Ürziger Würzgarten, zwei der berühmtesten Steillagen der Mosel. In engen Kehren rollen wir aus den Reben hinaus und erreichen schließlich Ürzig direkt am Flussufer, wo sich nach einem langen Tag in den Höhen der Vulkaneifel der Blick auf die Mosel und die ersten Weinterrassen öffnet.
Anreise
Anfahrt
Mit dem PKW ist Koblenz über die Autobahnen A3, A48, A61 und A64 bequem erreichbar. Von dort folgen Sie der Beschilderung in Richtung Koblenz Zentrum bzw. zum jeweiligen Startort.
Öffentliche Verkehrsmittel
Koblenz verfügt mit dem Hauptbahnhof über einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im nördlichen Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Regional- und Fernverkehrszüge verbinden die Stadt unter anderem mit Köln, Bonn, Mainz, Frankfurt, Trier und dem Ruhrgebiet.
Vom Hauptbahnhof erreichen Sie den Startort je nach Lage bequem zu Fuß, mit dem Bus oder dem Fahrrad.
Weitere Informationen zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie auf der Website der Deutschen Bahn.
Sicherheitshinweise
Die Saison und das Klima
Das Rheinische Schiefergebirge mit seinen Mittelgebirgslandschaften in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus ist eine der abwechslungsreichsten Outdoor-Regionen Deutschlands. Das Klima wird von den Flusstälern von Rhein, Mosel, Lahn und Ahr sowie den umliegenden Höhenzügen geprägt. Dadurch können die Wetterbedingungen innerhalb weniger Kilometer deutlich variieren.
Während in den geschützten Tälern oft angenehme Temperaturen herrschen, kann es auf den Höhenlagen deutlich kühler und windiger sein. Besonders im Frühjahr und Herbst sind schnelle Wetterwechsel keine Seltenheit. Dafür belohnt die Region mit einer langen Outdoor-Saison und beeindruckenden Landschaften.
Für Radfahrer und Wanderer beginnt die Saison meist bereits im März und reicht bis in den späten Oktober hinein. Im Frühjahr verwandeln blühende Obstbäume, Ginsterfelder und frisches Grün die Landschaft in ein farbenfrohes Naturerlebnis. Der Sommer bietet ideale Bedingungen für ausgedehnte Touren durch die Mittelgebirge und entlang der Flüsse. Im Herbst zeigt sich die Region von ihrer schönsten Seite: Bunte Laubwälder, Weinberge und oft stabile Hochdrucklagen sorgen für perfekte Bedingungen auf den Trails und Straßen.
Bitte beachte, dass insbesondere in den Mittelgebirgen Wetterumschwünge schnell auftreten können. Informiere dich vor jeder Tour über die aktuelle Wetterlage und starte nicht bei angekündigten Unwettern oder Gewittern.
Wichtige Telefonnummern
Bei Notfällen oder in Schwierigkeiten helfen folgende Telefonnummern:
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Polizeinotruf: 110
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Feuerwehr: 112
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Rettungsdienst: 112
Trotz des Schocks und der Verwirrung in einer Notlage ist ein korrekt abgesetzter Notruf entscheidend. Denken Sie an die W-Fragen:
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Wer ruft an?
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Wo ist der Einsatzort?
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Was ist passiert?
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Wie viele Personen sind betroffen?
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Welche Verletzungen liegen vor?
Wichtig: Legen Sie nicht auf, sondern warten Sie auf mögliche Rückfragen der Leitstelle.
Fahrrad
Die Wahl des richtigen Fahrrads
Eine mehrtägige Gravel-Bikepacking-Tour stellt andere Anforderungen als eine klassische Tagestour. Auf langen Etappen über Schotterwege, Waldstraßen, Nebenstraßen und Trails sind Zuverlässigkeit, Komfort und ausreichend Stauraum entscheidend.
Ideal geeignet sind Gravelbikes oder leichte Bikepacking-Räder mit einer komfortablen Sitzposition, zuverlässigen Bremsen und einer Bereifung, die sowohl auf Asphalt als auch auf losem Untergrund überzeugt. Wer mehrere Tage unterwegs ist, sollte sein Fahrrad vor der Tour gründlich überprüfen und gegebenenfalls warten lassen.
Beim Bikepacking wird das Gepäck direkt am Fahrrad befestigt. Typische Taschen werden am Lenker, Rahmen, Oberrohr und unter dem Sattel montiert. Achten Sie darauf, das Gewicht möglichst gleichmäßig zu verteilen und nur die wirklich benötigte Ausrüstung mitzunehmen. Weniger Gepäck bedeutet mehr Fahrspaß – besonders in den Anstiegen des Rheinischen Schiefergebirges.
Ausrüstung
Checkliste für Ihre Bikepacking-Ausrüstung
Bekleidung
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Atmungsaktive Funktionskleidung im Zwiebelprinzip
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Wind- und wasserdichte Jacke
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Gepolsterte Radhose
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Radtrikot oder Funktionsshirt
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Armlinge, Beinlinge oder leichte Zusatzschichten je nach Jahreszeit
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Winddichte Handschuhe
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Helm und Sonnenbrille
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Wechselkleidung für die Abendstunden
Fahrrad und Technik
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Gravelbike oder Bikepacking-taugliches Fahrrad
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Beleuchtung für Dämmerung und Nachtfahrten
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GPS-Gerät oder Smartphone mit Offline-Karten
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Powerbank und Ladekabel
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Ersatzschlauch, Tubeless-Reparaturset oder Flickzeug
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Minipumpe oder CO₂-Kartusche
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Multitool und Kettenschloss
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Kleine Menge Kettenöl
Verpflegung und Sicherheit
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Ausreichend Trinkflaschen oder Trinkblase
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Energieriegel, Gels oder andere Snacks
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Kleine Reiseapotheke
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Personalausweis, EC-Karte und Krankenversicherungskarte
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Bargeld für kleinere Einkäufe unterwegs
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Mobiltelefon mit geladenem Akku
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Notfallkontakte
Tipp
Das Wetter in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus kann sich schnell ändern. Planen Sie ausreichend Reserven bei Kleidung, Verpflegung und Tagesetappen ein. Wer gut vorbereitet startet, kann die Vielfalt des Rheinischen Schiefergebirges mit seinen Wäldern, Flusstälern, Höhenzügen und abgelegenen Schotterwegen besonders genießen.
Bild: Jörg Braukmann, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons



